Beschreibung
2023 Fläscher Chardonnay, Davaz
Graubünden (oder Grisons, in französischer Sprache) ist der östlichste Verwaltungskanton und die östlichste Weinbauregion der Schweiz. Diese an Österreich angrenzende Alpenregion verfügt über etwas mehr als 400 Hektar Rebfläche, auf der vorwiegend Pinot Noir in der Bündner Herrschaft und den weiteren Tälern der Region Maienfeld angebaut wird.
Graubünden ist flächenmäßig der größte Kanton des Landes und Quelle des Rheins. Er ist im Wesentlichen in fruchtbare Talsohlen und hoch aufragende Alpengipfel unterteilt.
Nachdem der Rhein von seiner Quelle am Tomasee hoch in den Alpen herabgeflossen ist, wendet er sich nach Norden und durchquert das mächtige Tal, das er sich im Laufe von Jahrtausenden gegraben hat. Der Talboden wechselt zwischen relativ flachen, gut bewässerten und sehr fruchtbaren Gebieten und steileren, schneller entwässernden Hängen, die sonniger sind. Auf letzteren befinden sich die besten Weinberge Graubündens.
Die besseren Böden in der Region sind eine Mischung aus Schiefer und Gneis, locker strukturiert und durch die helle Bergsonne erwärmt. In der Regel werden die Weinberge am rechten Ufer des Flusses angelegt, da dieses eine westliche Ausrichtung und besser bewirtschaftbare Hänge bietet.
Der Rhein schmiegt sich hier eng an den Fuß der Berge und lässt selbst für terrassierte Weinberge wenig Platz. Die besten Lagen befinden sich direkt gegenüber von Bad Ragaz (das selbst nur wenige Kilometer von der Grenze zu Liechtenstein entfernt liegt) an den steilen Südwesthängen unterhalb des Vilan-Gipfels und der breiteren Rätikon-Bergkette.
Dieses Gebiet ist als Bündner Herrschaft bekannt und wird in Bezug auf den Wein in vier Gemeinden unterteilt: Fläsch, Maienfeld, Jenins und Malans (von Norden nach Süden). Diese Namen sind häufig auf Etiketten zu finden, beispielsweise „Malanser” oder „Fläscher” Pinot Noir.
Dies ist ein Nebenprodukt sowohl des Wunsches nach Subregionalität in burgundischer Manier (die Produzenten in der Bündner Herrschaft betonen gerne die Ähnlichkeiten mit Burgund) als auch des Schweizer Appellationssystems.
Obwohl dies administrativ recht einfach ist – die meisten schweizerdeutschen Appellationen haben ihre Grenzen im Wesentlichen entlang der Kantonsgrenzen gezogen –, neigen die Gesetzgeber dazu, dies durch die Zulassung einer kommunalen oder städtischen Kennzeichnung nach Ermessen der Gemeinde auszugleichen.
Das Gleiche gilt für das Wallis, wo es nur eine einzige Appellation gibt: Wallis; aber zahlreiche Gemeindenamen auf Etiketten (z. B. „Fendant de Vetroz”). So ist es möglich, dass kleinere, manchmal relativ unbekannte Orte auf Schweizer Etiketten zu finden sind, wie Malans oder Malanser (obwohl dies einer der renommierteren Orte der Region ist).
Malans ist auch Namensgeber für die einheimische „Malanstraube” (Malans-Traube), besser bekannt unter dem Namen Completer. Es handelt sich jedoch um eine relativ wenig angebaute (zum Großteil wild wachsende) Minderheit in der Region.
Pinot Noir, der auf den felsigen, kalkhaltigen Böden angebaut wird, dominiert hier den Weinbau und den Ruf der Region.
Er macht etwa drei Viertel aller Rebsorten in Graubünden aus, wobei die weißen Rebsorten Müller-Thurgau, Chardonnay und Pinot Gris den Löwenanteil des Rests ausmachen.
Weitere Weinberge sind über diesen großen Kanton verstreut, befinden sich jedoch hauptsächlich auf beiden Seiten der Kantonshauptstadt Chur, weiter oben im Tal von der Bündner Herrschaft.
Während der Großteil des hier produzierten Weins selten über die Schweizer Grenzen hinausgelangt (Maienfelds Hauptexport ist wahrscheinlich die fiktive Figur Heidi), gründete der in Malans ansässige Produzent Georg Fromm Anfang der 1990er Jahre auch das Weingut Fromm in Marlborough. Quelle: Winesearcher.


